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Der I.G.E.L. e.V. wird regelmäßig "Lager für Arbeit und Erholung" zur Parkgestaltung durchführen. 

 

Internationales Jugendworkcamp 24. Juli bis 12. August 2006

Für den Verein das zweite Camp dieser Art in Zusammenarbeit mit der Vereinigung junger Freiwilliger (VJF) in Berlin. Angemeldet hatten sich 9 junge Leute, es kamen dann 6: Maiken aus Dänemark, Anaille und Francis aus Frankreich, Ji Hynn und So Lei aus Südkorea sowie Michael aus England. Als Campleiterinnen konnte die VJF kurz vor Ultimo noch Anja und Stephi aus Berlin gewinnen. Leider mußte Maiken schon am 28. wieder abreisen, da sie per Telefon vom Tod ihres Großvaters erfuhr. Francis fuhr am 10. August wieder nach Hause, da er nur so eine günstige Fahrkarte bekommen konnte.

Die während der Camp-Zeit ebenfalls anwesenden Wwoofer Maria und Christian waren von Zeit zu Zeit in das Camp integriert, unterstützten die Arbeiten und waren auch bei der ganzen Organisation wertvolle Helfer.  

Für unseren Verein begannen die Vorbereitungen schon Anfang des Jahres. Projektplanung, Förderanträge stellen, erste Werkzeuge und Materialien kaufen, Mäharbeiten, Verpflegungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit usw. Sehr wichtig war auch die Grenzfeststellung durch ein Vermessungsbüro im Vorfeld, um Rechtssicherheit  für alle geplanten - auch zukünftigen - Veränderungen im Park zu haben.

Wirklich los ging es dann mit der Ankunft von Anja und Stephi am 22. Juli und mit ihrer Einweisung, was Unterkünfte, Arbeitsablauf und Art der Tätigkeiten u.ä. betraf, dazu fuhren wir am 23. auch zusammen nach Drosedow, daß sie alles im Park in Augenschein nehmen konnten.

Am 24. reisten dann nach und nach alle Teilis an. Am ersten Arbeitstag schafften wir dann mit Kleinbus und Hänger alle Werkzeuge, die ersten Materialien und ein zuvor gebautes mobiles Kompostklo nach Drosedow. Von da an fuhren alle immer mit Fahrrädern zum Park und zurück.

Die Arbeiten waren für alle Teilis - da völlig ungewohnt - extrem anstrengend. Aber da alle hochmotiviert waren und auch die Zusammenarbeit von Anfang an flutschte, wurde trotz vieler Blasen an den Händen die Parkgestaltung ein gutes Stück vorangebracht. Zwei Wege entstanden, dazu wurden kleine Bäume und Sträucher, aber auch flächendeckende Brennessel samt Wurzeln entfernt, störende Äste geschnitten, Randbäume aufgeastet, Müll beräumt und Totholz zu einer kleinen Hecke am Parkrand aufgeschichtet. Ein Weg erhielt eine dauerhafte Markierung mit großen Feldsteinen und endet nun an einer Bank an der großen Esche (Naturdenkmal, älteste Esche des Kreises Demmin), von der aus man einen schönen Blick auf den Teich im Park hat. Eine andere Bank wurde eingangs des Parks einladend um eine große Linde herum gebaut, die dritte Bank fand einen schönen Platz auf dem Vereinsland in Zarnekla, womit alle einverstanden waren. Einige Wochen zuvor war dort eine Bank gestohlen worden. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten war das Errichten einer etwa 6 m langen Feldsteintrockenmauer. Schwerpunkt ist wörtlich zu verstehen. Michael faßte es auf seine Art zusammen, als wir endlich die letzten zentnerschweren Steine in die richtige Lage gewuchtet hatten: "This fucking fucking stonewall!" Aber natürlich war auch er stolz auf die leicht geschwungene und schöne Mauer, die jetzt schon von der Straße aus zu sehen ist.

Alle Teilnehmer erfuhren vorab in Vorträgen und anhand der bereits existierenden Anlagen in Zarnekla den Sinn und die Bedeutung von Trockenmauern und Insektenwänden für den Naturschutz und die Artenerhaltung und bekamen für alle Tätigkeiten praktische fachliche Anleitungen und handwerkliches Rüstzeug. Für die konkrete Gestaltung hatten die Teilis einigen Spielraum, so entstanden die Entwürfe für die Bänke nach längeren Diskussionen und vielen Zeichnungen in Eigenregie. Wichtig waren immer ökologische Aspekte, so verwendeten wir für die Trockenmauer nur Steine, die einzeln im Park lagen oder in breitflächigen Ablagen in der näheren Umgebung, denn wir wollten natürlich keine Biotope zerstören um ein neues zu schaffen.

Am 27. kam eine Mitarbeiterin der Lokalzeitung in den Park, sprach mit den Teilis, den Campleiterinnen und dem Vereinsvorstand und schoß einige Fotos, am nächsten Tag konnten wir den groß aufgemachten Artikel in der Zeitung lesen.

Der Verein ist mit der geleisteten Arbeit absolut zufrieden und wird im nächsten Jahr ein Fortsetzugscamp für den Park  planen.  

Das Besondere dieses Camps waren seine konsequenten ökologischen Ansprüche, dazu gehörte die vollwertige vegetarische Verpflegung aus Bio-Anbau und auch die Freiheit von Zigaretten und Alkohol. Das tat dem Grundgefühl aus Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit, Kooperationsbereitschaft, Bezogensein, Neugier zwischen allen Campis keinen Abbruch. Auch die Freizeit verbrachten alle in einer entspannten, lustigen Atmosphäre miteinander, es entstand eine große Hängematte, es wurde viel musiziert, noch mehr gelacht und die Abende zogen sich meist bis nach Mitternacht.

Die Campis unternahmen Fahrradtouren zum Baden und in die Kirschen, unternahmen einen Tagesausflug an die Kreideküste auf Rügen, waren ein Wochenende in Hamburg. In Zarnekla gab es öfter Lagerfeuer und auch mehrere beeindruckende Ton-Dia-Vorträge. Die Campis konnten an Führungen teilnehmen zum einen zum Thema eßbare Wildpflanzen und erfuhren dabei auch Grundregeln für ihre jeweiligen Heimatländer, zum zweiten an einer Wanderung zur nahen slawischen Burganlage, wo sie viel über die Geschichte des Ortes erfuhren aber auch Grundwissen über die natürliche Bewaldung in Nord-deutschreich, ihre wahrscheinliche zukünftige Entwicklung und ihre Baumarten und die hiesige Forstwirtschaft, zum dritten gab es ungewohnte Naturwahrnehmungen bei Waldspielen mit verbundenen Augen und Aufmerksamkeitsschulung auch anhand von Suchlisten. Ebenfalls angeleitet wurde eine Yoga-Probestunde, die auch begeisterte.

Ein Höhepunkt des Miteinanderseins war sicherlich das Abschlußfest mit Fackeln, Lagerfeuer, Kostü-mierung, Schnipseljagd, Improvisationstheater und vielen lustigen Spielen.  

Das schlichte Fazit: ein rundum gutes Camp!

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Das nächste Jugend-Workcamp fand vom 6. bis 25. August 2007 statt:

In Zusammenarbeit mit der Vereinigung Junger Freiwilliger e.V. Berlin, gefördert von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung und vom Landesumweltamt M-V. Für einen Kulturabend (satirische Lesung, Ton-Dia-Show und Rockkonzert) am Tag des Mauerbaus (13. August) wurde uns von der Gemeinde Düvier die „Bauernstube“ kostenfrei überlassen.

Während der 3 Campwochen (12 Teilnehmer, 2 Teamer) wurden

 # 9 Pflanzlöcher ausgehoben für unsere Baumpflanzaktion (Obsthochstämme) im November, etwa 80 cm tief, Durchmesser 1 bis 1,50 m. Die Größe war nötig, da wegen enormer Bauschuttbelastung ein Bodenaustausch nötig war. Schwere Arbeit wegen Fundamentresten und altem Pflaster aus der Schwedenzeit.  

# 2 große Steinkreise mit Findlingen angelegt. Zweck ist neben der Ästhetik der Blickfang, die Einladung zum Verweilen und Aufmerksamsein. So bekommen nicht nur die Zeugen der Eiszeit Beachtung, sondern auch die alten Eichen, Kirschbäume, Feldahorne in diesem Parkbereich. Vielleicht sogar die Nistkästen und Fledermausquartiere und später die Schautafeln.

 # die beiden Hauptwege wieder gepflegt, zum Teil waren Sturmschäden zu beseitigen, wobei wir jedoch möglichst viel Totholz liegen lassen, auch wenn die Nachbarn immer wieder nach Heizholz fragen.   

# eine überdachte Bank-Tischkombination aus Holz gebaut. Unter dem Kastanienbaum, umgeben von neuen Obstbäumen, nah den Naturdenkmalen, direkt beim Insektenhotel und der Feldsteintrockenmauer.  Umweltbildung bei Kaffe und Kuchen, har har.

und ein Insektenhotel gebaut. Auf Feldstein-Beton-Fundament, frostfrei gegründet, Mauersteinsockel, Stampflehmwand (teils Gleit-, teils verlorene Schalung) mit Einschüben aus Schilfrohrmatten, Lochziegeln, angebohrten Stirnhölzern, überdacht mit recycelten Dachsteinen, nach Süden ausgerichtet, Streuobstwiesenrandlage.

Im Herbst pflanzten wir zehn Hochstamm-Obstbäume.

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Internationales Jugendworkcamp 29. Juni bis 14. Juli 2008


Ziel war diesmal die Errichtung eines Umweltbildungspavillons.

Das Camp erfolgte in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Junger Freiwilliger e.V. Berlin und wurde gefördert von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung, dem Amt Peenetal/Loitz und von folgenden lokalen Firmen: Sägewerk Loitz, Dachdeckerei Gudera in Beestland und der Dachdeckerei Paczkowski in Drönnewitz. Wobei hervorzuheben ist, dass Dieter Paczkowski zweimal selbst bei der Dachdeckung mitarbeitete, einmal die fachgerechte Anleitung zum Schneiden und Nageln der Bitumenschindeln gab, das andere Mal eine Zinkblechhaube für die Dachspitze lötete und aufsetzte.

Die Teilnehmer des Camps waren: aus Korea Yelim und Hyun Ju, aus Belgien Sarah, Delphine, Geraldine und Martin, aus Kanada Catherine, aus Polen Michal, aus Spanien Oihana und Cristina und aus Frankreich Vincent. (Nicht angereist waren Ana aus Moldawien und Erin aus den USA.) Betreut wurden sie von den beiden Campleiterinnen Carolyn und Ute. Untergebracht waren alle in einem Gästezimmer, zwei Bauwagen und einigen Zelten am Lagerfeuerplatz. Und wie gewohnt war die Verpflegung bio-vegetarisch und das Camp grundsätzlich alkohol-, rauch- und drogenfrei.

In der ersten Woche leitete Michael Mai die Baustelle, er hatte einen Praktikanten, Kai, zur Seite. Von Vereinsseite wurde das Camp ermöglicht und handfest unterstützt von Nathalie, Roland, Stefan und Christian.

Für unseren Verein begannen die Campvorbereitungen schon Anfang des Jahres. Projektplanung, Förder anträge stellen, erste Werkzeuge und Materialien kaufen, Mäharbeiten, Verpflegungsplanung, Behördenanfragen, Fundraising, Vereinbarungen schließen, Checken der Zelte, unsere Fahrradflotte durchreparieren (während des Camps waren 14 Räder im Einsatz), Öffentlichkeitsarbeit usw. – das Übliche. Richtig zur Sache ging es im Januar mit dem Fällen des Bauholzes in unserem Sitkafichtenbestand, dem Entasten, Rücken, späteren Ablängen, Schälen und Transport des Rundholzes nach Drosedow. Dabei wurden wir von Freiwilligen aus Greifswald unterstützt und auch von unserem Nachbarn, der mit seinem Belorus den Transport übernahm. Im Juni wurde der Standort des Pavillons eingemessen und die Fundamente aus Feldsteinen und Beton gefertigt, wobei auch die Stahlschuhe für die späteren Stützen vermessen und eingegossen wurden. Das Mittelfundament entstand erst während des Camps, da die Entscheidung über den Fußbodenaufbau gemeinsam in den ersten Camptagen getroffen wurde.

Wie vereinbart waren Ute und Caro schon einen Tag vor Campbeginn bei uns und lernten alles kennen, so dass es gleich am Montag in die vollen gehen konnte. Dachten wir. Die Motivation war prima, das Wetter sonnig – nur unser Nachbar in Drosedow stand nicht mehr zu seinem Wort, dass wir den Strom für die Holzbearbeitungsmaschinen von ihm beziehen könnten. Die nun beginnende Handarbeit sorgte für Termindruck, dass das Organisieren eines (teuren) Stromaggregats bis zum Nachmittag des zweiten Arbeitstages dauerte, tat ein übriges zum Erreichen eines arbeitsmoralischen Tiefpunktes zum Campstart in brütender Hitze.

Aber dann wurde durchgestartet und vor allen anderen Oihana und Martin erwiesen sich als Jungaktivisten von der ersten bis zur letzten Stunde. Schon am vierten Tag wurde Richtfest gefeiert. Nach einer Woche war die Unterdachhaut genagelt und das Ausfachen der Wände mit alten Ziegeln bzw. handgestreichelten Lehmbroten begann. Das Wetter war weiter auf unserer Seite und am letzten Tag stand der Pavillon mit Fußboden, Fenster, bunten Glasverzierungen, rohbaufertig und schmuck in der Wiese zwischen den kleinen Obstbäumen unserer Herbstpflanzung. Wir alle waren glücklich.

Da das Sponsoring der endgültigen Dachhaut incl. aller Arbeiten erst nach dem Camp möglich war und auch noch das Verputzen der Wände mit per Hand aufgebrachtem Stroh-Lehm-Putz ausstand, zog sich die Fertigstellung noch bis in den August. Alle Teilnehmer erhielten dann aber per Mail Fotos des neuen Drosedower Sightseeing-Highlights.

Wir organisierten als Verein neben der Arbeit auch einen Teil der Erholung unseres Lagers. Es gab Yogastunden, Wald- und Kräuterführungen, Ton-Dia-Vorträge und eine Bauernolympiade, die vor allem die Lachmuskeln trainierte.

Es war schön und tat gut mit euch und vielen Dank fürs Geleistete! Viva la Mandala! Und auf ein neues Camp 2009!

Roland Gorsleben

(Fotos unter Fotoimpressionen...)


Campimpressionen einer Teilnehmerin:

Not the sixties but close to

Work with mud, have a solar shower, attend yoga lessons, eat wild herbs, listen to didjeridoo… Where could that dream turn to reality?

Zarnekla, former Eastern Germany. More than the edge of the world, « the end of the world » as some inhabitants of the rural area say. With volunteers from Canada, Corea, France, Spain, Poland and Belgium, the small village has almost doubled its population. It seems that the whole universe gathered there. Time has stopped for fifteen days. Or maybe it’s going by, slowly and softly, above our heads, mixed with the forest wind.

Viva la mandala!

The project is to build a mandala: house made of wood, clay and straw, with eight sides, following the spiritual concept of spiral; public, open and multifunctional, welcoming walkers, neighbours, kids playing, families for a picnic… Since the beginning, it was obvious: “you will not help me, I will help you” smiled our instructor, Micha. It was up to us to make something great!

It’s all about respect of nature

Micha was not the only German living with the volunteers. We were escorted by two lovely organizers, Utte and Caro. And we will never forget our hosts, Roland, Nathalie and their seven years-old son Marlin. Visit them as soon as you can. You will learn a lot and your life will never be the same again. The couple keeps a farm with a clever and original lifestyle. To summarize a bit : it’s all about respect of nature. No waste, no energy spent stupidly, vegetarian and organic food. Trust my experience, you come back home with many questions in the mind.

Sarah Matelart

Übersetzt von Nathalie Gorsleben:

Nicht die Sechziger Jahre, aber nahe dran

Arbeiten mit Lehm, duschen mit Sonnenwärme, teilnehmen an Yogastunden, Wildkräuter essen, Didgeridoo-Klängen lauschen... Wo könnte dieser Traum wahr werden?

Zarnekla, ehemaliges Ostdeutschland. Nicht nur Randlage, sondern "am Ende der Welt", wie manche Bewohner der ländlichen Gegend es formulieren. Mit den Freiwilligen aus Kanada, Korea, Frankreich, Spanien, Polen und Belgien hat das kleine Dorf seine Einwohnerzahl fast verdoppelt. Es scheint, als hätte sich das ganze Universum hier versammelt. Die Zeit ist für fünfzehn Tage stehen geblieben. Oder vielleicht vergeht sie, langsam und sanft, über unseren Köpfen, mit dem Waldwind verwoben.

Viva la mandala!*

Das Projekt besteht darin, ein mandala zu bauen: ein Gebäude aus Holz, Lehm und Stroh, achteckig, dem spirituellen Konzept der Spirale folgend; öffentlich zugänglich, offen und multifunktional heisst es Wanderer und Nachbarn, spielende Kinder und Familien für ein Picknick willkommen... Von Anfang an war klar: "Nicht Ihr werdet mir helfen, sondern ich werde Euch helfen" lächelte unser Projektleiter, Micha. Es war an uns, etwas Großartiges zu machen!

*Es lebe das Mandala!

Alles dreht sich um den Respekt vor der Natur

Micha war nicht der Einzige, der mit den Freiwilligen zusammen wohnte. Wir wurden von zwei netten Campleitern begleitet: Ute und Caro. Und wir werden niemals unsere Gastgeber vergessen, Roland, Nathalie und ihren siebenjährigen Sohn Marlin. Besuche sie so schnell Du kannst. Du wirst eine Menge lernen und Dein Leben wird nie wieder so sein wie vorher. Das Paar führt einen Hof in einem klugen und originellen Lebensstil. Um es etwas zusammen zu fassen: alles dreht sich um das Respektieren der Natur. Keine Verschwendung, keine Energievergeudung, vegetarisches Essen aus biologischem Anbau. Glaub mir, Du wirst mit einer Menge neuer Fragen im Kopf nach Hause zurück kommen.

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Internationales Jugendworkcamp Zarnekla 1.8

vom 21. 6. bis 9. 7. 2010

Sachbericht

Ankunft

Trotz des geplanten frühen Zeitraumes hatten sich schon bald 12 Menschen für das Camp angemel-det. Leider erschien dann der Ostblock nicht und auch unser Freund aus Uganda hatte wohl andere Sorgen, so daß wir dann mit 8 Teilnehmern - Erell aus Frankreich, Julie und Jenny aus Kanada, Laura aus Großbritannien, Bohye aus Südkorea, Akinori aus Japan, Görkem und Oytun aus der Türkei - und 2 Campleitern - Lisa aus Flensburg und Andreas aus Neubrandenburg - am Start waren. Yo, alle hatten den Bahnhof Rakow als solchen erkannt (was nicht immer jedem Fremden gelingt) und waren dort ausgestiegen.

Lisa und Andreas waren schon zwei Tage vorher an Bord, wurden eingewiesen, reparierten Fahrräder und unser transportables Kompostklo, entwarfen Pläne und malten ein buntes Willkommenstrans-parent...

Der erste Camp-Tag verging dann mit dem Belegen der Quartiere (Gästezimmer und Bauwägen), mit Kennenlernrunden und der Projektvorstellung, einem Geländerundgang, Fahrradanpassungen und -proberunden und mit gemeinsamen Essen. Es bildete sich schon am Anfang eine freundliche, offene Atmosphäre.

Arbeit

Arbeitsziele des Camps waren einmal die Mahd von 2 ha Erstaufforstung in Zarnekla, wobei 8000 Setzlinge von Kraut und Rüben zu befreien waren, und zum anderen der Bau eines Barfußpfades im 5 km entfernten Park in Drosedow, hier hatten wir vom Verein aus schon vorher das nötige Bauholz geschlagen und herangefahren, die vorgesehene Fläche im Park gemäht und auch schon einige Füll-materialien besorgt. Ausgehend davon bildeten wir täglich 2 Teams mit unterschiedlicher, frei wähl-barer Besetzung die an beiden Orten am Schaffen waren. Da dies später von den Teilnehmern als ungünstig fürs Kollektiv empfunden wurde, richteten wir die Logistik dann möglichst so aus, daß öfter alle zusammen arbeiten konnten. Die Anforderungen an die Campleiter waren insgesamt sehr hoch, beide wuchsen auch in Krisenzeiten über sich hinaus.

Sehr hart und auch monoton war der Einsatz auf der Aufforstungsfläche, ein Gestrüpp von Seggen, Brennessel, Rainfarn, Labkraut, Beifuß, Disteln, Platterbsen, Kratzbeeren, Hopfen, Glatthafer... kaum zu erspähende Bäumchen in ihren Reihen, dazu schweißtreibende ununterbrochene Hitze, gefähr-liche Werkzeuge, Mückenschwärme und permanente Bremsenattacken. Gearbeitet wurde fast aus-schließlich per Hand mit Sicheln und Sensen, mit Görkem kam an geeigneten Stellen die Motorsense zum Einsatz. Am Ende des Camps waren der größte und schlimmste Teil der Fläche und etwa 6000 Setzlinge frei. Den Rest schaffte unser Verein dann mit Freiwilligen einige Zeit später.

Entspannender und kreativer waren das Bauen und Gestalten des Barfußpfades und des Hänge-xylophons im Drosedower Park. Für den Pfad wurden zuerst auf 25 m Länge in die Grasnarbe entfernt und Stangenholz für die Einfassung und den Handlauf geschält. Dann wurden noch verschiedene Füllmaterialien besorgt, Kiese und Sand aus der Kiesgrube Zarrentin, Fichtenzapfen und -nadeln aus unserem Wald, wir fuhren Lehm heran, sammelten Steine, sägten und schälten Eichenstaken. Gras-soden entnahmen wir von verschiedenen Stellen einer nahen Wiese. Um spätere Durchwurzelung zu erschweren, wurde vorm Einbau der Einfassungen und der Füllungen dickes Schutzflies verlegt, das für den Lehm vorgesehene Feld wurde tiefer ausgehoben und bekam eine Auskleidung mit Teichfolie, hier wird sich ein Schlammbad für die Füße entwickeln können. Nachdem ein Schild genagelt war mit Buchstaben aus dünnen Ästen und die Stangen von 13 verschiedenen Gehölzen am Xylophon hin-gen, fertigten wir noch einige Sitz- und Balanciergelegenheiten aus Linden und Fichtenholz. Zum Ende der dritten Campwoche schließlich ein Arbeitsergebnis, das sich sehen und fühlen lassen kann! Zur Eröffnung des Barfußpfades luden wir den Kindergarten Düvier ein, dessen älteren Gruppen auch komplett mit Rädern anrückten, begleitet von Erzieherinnen und zwei Muttis. Schuhe aus und los! Die Sonne lachte und auch die Gesichter strahlten. „Am schönsten ist die Wolle!“, war eine mehrfach geäußerte Meinung der Kleinen. Aber auch das Xylophon wurde mehrhändig in Schwingung gebracht. Am nächsten Tag konnten sich dann viele der Kinder in der Zeitung wiederfinden. Ebenso die Teil-nehmerInnen des Camps.

Da die Gesamtmotivation nicht nachließ und noch ein wenig Zeit war, begannen wir noch am vor-letzten Tag mit der Planung und dem Bau von Bänken und einem Tisch für den Pavillon im Park. Eine rustikale Bank konnte vollendet werden, die Gesamtmöbelierung stellten wir vom Verein dann später fertig.

Umweltbildung

Die wurde groß geschrieben. Es gab Wissensvermittlung zum naturnahen Waldbau, dem Zusam-menhang von Wald, Wasserhaushalt und Klima und natürlich Führungen und Erkundungen mit ungewohnten Wahrnehmungsübungen. Auch die Parkführung wurde zu einem Lehrpfad zu Fragen der Biodiversität, ökologischer Kreisläufe und des Naturschutzes. Erklärt wurden Kompostklo, ökologischer Landbau, Streuobstwiesen, Insektenhotel, Trockensteinmauer und die Bedeutung von Mooren. Wir nahmen uns auch die Zeit für ein komplettes Seminar zum Thema Landwirtschaft und Ernährungssicherheit: „Agrarpoly - lokal essen, global verdienen“ im Rahmen der LandWende-Werkstätten des I.G.E.L. e.V. Hierbei gab es neben Referaten, Erfahrungsaustausch und Diskussion auch ein bewegendes Rollenspiel, angeleitet von einem Spielpädagogen, worin die Teilnehmer sehr aufgingen und über Rollenidentifikation eine Menge Begreifen von Zusammenhängen stattfand.

Kultur und Freizeit

An den beiden freien Wochenenden konnten wir die Teilnehmer davon überzeugen, Eindrücke und Erlebnisse in der näheren Umgebung zu suchen, die Region zu erkunden, statt die Zeit in den weltweit gleichen Discos oder Fußgängerzonen in Berlin oder Hamburg zu vertun. Am ersten WE ging es mit Fahrrädern zum bunten und künstlerischen Jahrmarkt auf die Burg Klempenow mit durch-gehendem Kulturprogramm, geschlafen wurde in den mitgenommenen Zelten, am nächsten Tag gab es das Musikfest „Zwischen Himmel und Erde“ vor der großartigen Schloßruine im winzigen Dorf Broock. Am zweiten WE ging es mit der Bahn auf die Insel Rügen, das Spektakel der Störtebecker-Festspiele und die beeindruckende Kreideküste zu besuchen, geschlafen wurde auf dem Jugendzelt-platz Prora, abschließend gab es Sightseeing in der mittelalterlichen Altstadt von Stralsund samt Auf-stieg auf den Turm der Marienkirche.

Höhepunkte der Tages- und Abendfreizeit in Zarnekla waren ein kleines Fußballturnier mit Mann-schaften aus dem Nachbardorf, zu dem auch viele Zuschauer kamen und wo wir mit gemischtem Team ziemlich gut aufspielten und einige Uno-Runden nach Hausregeln, die sehr schnell und lustig waren. Nicht so viel anfangen konnten die Teilnehmer mit einem Bilderabend unserer Gemeinde v.a. zur Geschichte der 50er Jahre von Düvier und seiner feldreichen Umgebung, den wir an einem Abend besuchten. Cooler war dagegen ein Trommelworkshop, den wir hier organisierten. Und an einem Nachmittag kam auch unangemeldet ein Trommeltrio auf den Hof und wir stimmten am Ende in die afrikanischen Rhythmen ein, na jedenfalls versuchten wir’s.

Mängel

Verbesserungswürdig war die Kommunikation und mit ihr die (individuelle) Informationslage. Ein Teil der Defizite beruhte schlicht auf der mangelhaften Weitergabe unserer Projektbeschreibung im Vor-feld, wo in manchen nationalen Handblättern nur noch wenig zu finden war, leider bekamen wir diesen Mißstand erst kurz vor Ende mit, so daß wir Wissen voraussetzten, das nicht da war.

Die Teilnehmer hätten sich ausführlichere Erläuterungen zur vegetarischen Ernährung gewünscht und auch eine detailliertere Führung durch den Hausgarten. Für einige der hiesigen Selbstverständlich-keiten fehlte eine geduldigere, längere Erklärung oder Begründung. Auch war die Grenzziehung zwischen offenen und privaten Bereichen nicht immer klar.

Wir werden zukünftig Gummistiefel und andere Arbeitskleidung von uns aus zur Verfügung stellen, daß die Teilnehmer weniger auf der Anreise zu schleppen haben.

Von den Campleitern wurde sich eine straffere Organisierung gewünscht, das konsequentere Drän-gen auf das Erledigen der verteilten Aufgaben und das stärkere Erfragen persönlicher Belange, auch eine Zielvorgabe für das tägliche Arbeitspensum wurde sich für die Motivation gewünscht. Das Verhältnis zwischen Aktivitäts- und Ruhephasen war sehr zur Aktivität verschoben, was dann doch anstrengend war.

Und geäußert wurde noch der Wunsch, auch auf Arbeit mit den Eingeborenen der Gegend zu tun haben zu können. 

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Die Veranstaltungen wurden gefördert durch das Land Mecklenburg-Vorpommern als Maßnahme der Umweltbildung, -erziehung und -information von Vereinen und Verbänden.

 

Gefördert durch die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung

 aus Erträgen der Lotterie BINGO! Die Umweltlotterie.

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Wer für unsere Camps Campleiter/Teamer machen möchte, wendet sich an uns oder die Vereinigung Junger Freiwilliger: www.vjf.de

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